FU BezirkAb 2015 muss bei jeder Krankenhausaufnahme von Patienten ab dem 75. Lebensjahr ein Screening auf geriatrische Bedarfe durchgeführt werden. So sieht es der Krankenhausplan des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Bei diesem Screening geht es mittels eines standardisierten Verfahrens darum, Leistungs- einbußen oder Beschwerden im Bereich des Sehens und Hörens,der Beweglichkeit von Armen und Beinen, der kognitiven Leistungsfähigkeit oder nach sozialer Unterstützung bei alternden Menschen zu erkennen.

Hintergrund ist, dass rund 25 % aller Patienten in den NRW-Krankenhäusern 75 Jahre oder älter ist. Eine qualitativ hochwertige Versorgung älterer Patienten erfordert den Einsatz altersmedizinischer Standards.

 


Die Frauen Union Ruhr informierte sich nun im Hüttenhospital Dortmund über die Umsetzung der Versorgung älterer Patienten im Krankenhaus. Als geriatrisches Zentrum hat sich das Hüttenhospital auf die besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse von Menschen in der zweiten Lebenshälfte spezialisiert.

 

Claudia Middendorf MdL (CDU): „Ich bin stolz darauf, dass wir mit dem Hüttenhospital in Dortmund ein Krankenhaus haben, welches die Altersmedizin vorbildlich lebt. Enge Abstimmungsverfahren mit den Patienten, mit den Angehörigen, mit niedergelassenen Ärzten und ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen garantieren eines: Es wird von den Bedürfnissen älterer Patienten aus gedacht und gehandelt. Ein Vorbild für ganz NRW.“

Ina Scharrenbach MdL (CDU) und Vorsitzende der Frauen Union Ruhr: „Zahlreiche Krankenhäuser haben sich noch nicht auf älter werdende Patienten eingestellt. Viele können es aufgrund finanzieller Zwänge nicht. Dabei kommt gerade den Krankenhäusern eine wichtige Verbindungsfunktion zu. Das Zusammenwirken aller Beteiligten zum Wohle des älteren Patienten ist durchaus noch ausbaufähig. Das verpflichtende Screening ab 2015 für neue Patienten ab dem 75. Lebensjahr bietet eine neue Gelegenheit, um Netzwerke gerade mit Unterstützungssystemen für Ältere auf den Weg zu bringen. An dieser Stelle versagt der von Rot-Grün auf den Weg gebrachte Krankenhausplan NRW gänzlich. Das Land NRW fährt die Krankenhäuser auf Verschleiß. Dies geht am Ende zu Lasten derer, die Hilfe benötigen und zu Lasten des pflegerischen und ärztlichen Personals.“

Stefan Schumann, Kaufmännischer Direktor des Hüttenhospitals Dortmund: „Unser Krankenhaus hat den Vorteil, dass wir uns seit 27 Jahren mit der Altersmedizin beschäftigen und unser Netzwerk über Jahre haben auf- und ausbauen können. Die Bedürfnisse eines älteren Patienten in den Blick zu nehmen, bedeutet für uns, über die Grenzen unseres Krankenhauses hinweg im Sinne des Patienten zu denken. Wir haben es geschafft, die Schnittstellen im Gesundheitssystem zu Verbindungsstellen zu machen. Dies kann und wird aber nicht jedem Krankenhaus unter den gegebenen finanziellen Bedingungen gelingen.“

Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW: „Der Ansatz im Krankenhausplan NRW hat durchaus Charme: Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft soll NRW zu einem gigantischen Netzwerk in der Altersmedizin werden. Nur: Zahlreiche Häuser kämpfen finanziell ums Überleben. Immer höhere Standards, deren Mehrwert nicht wirklich nachgewiesen ist, ohne ein finanzielles Mehr durch das Land, bringt die Krankenhäuser auch in der Ruhr-Region in weitere Nöte. Seit 2003 sind in NRW 22 Krankenhäuser und 10 Betriebsteile von Krankenhäusern vollständig aus dem Versorgungssystem ausgeschieden. 16% davon waren insolvent. Es muss das politische Ziel sein, dass Krankenhäuser, die ganz normale Leistungen erbringen, in der Lage sein müssen, Tariflöhne zu zahlen.“

Foto: (hinten) Matthias Blum, Ulf Raith; (vorne) Claudia Middendorf MdL, Dr. Uta Langenbach, Stefan Schumann, Ina Scharrenbach MdL, Monika Pieper